In einer aktuellen repräsentativen Studie zum Thema Krisen in Kliniken und Krankenhäusern wurden Anfang Juli 2012 insgesamt 1.062 Personen zu ihren Bedenken und ihrem Umgang mit diesem Thema befragt.

 

Demnach haben nahezu drei Viertel der Befragten (73%) große Sorge davor, sich im Krankenhaus durch mangelnde Hygiene mit resistenten Keimen zu infizieren.

Die Sorge vor fehlerhaften Diagnosen teilen rund zwei Drittel der Befragten (67%), da sie zu lange Schichten und Personalmangel als Hauptgrund für eine Überarbeitung von Ärzten und Krankenschwestern sehen.

Knapp 60% der Befragten haben diesbezüglich sogar große bis sehr große Sorge vor schwerwiegenden Fehlern durch den behandelnden Arzt im Rahmen einer Operation oder Behandlung.

In Bezug auf den Datenschutz bzw. die Veröffentlichung persönlicher Patientendaten durch technische Pannen äußerten die Befragten hingegen mehrheitlich keine bis wenig Sorge (61%).

 

Ausgehend von einem konkreten Krisenfall wird der Krankenhausleitung (Geschäftsführung, Chefarzt, Pflegeleitung) von rund 92% der Befragten die Hauptverantwortung zugesprochen, wobei auch die Verantwortung des jeweiligen behandelnden Arztes mehrheitlich als hoch bis sehr hoch eingestuft wird (ca. 81%).

Mehr als drei Viertel (77%) sprechen außerdem dem Reinigungspersonal eine hohe bis sehr hohe Verantwortung zu.

 

Als persönliche Reaktion auf einen Krisenfall würden 85% der Befragten ihre Angehörigen und Freunde von einer Behandlung in dem betroffenen Krankenhaus warnen, das jeweilige Krankenhaus in Zukunft meiden, wenn es die Krise nicht professionell löst (82%), oder mindestens umfassende Informationen bei den Ärzten und Krankenschwestern einholen (80%).

Immerhin knapp mehr als die Hälfte der Befragten (53%) erwägen sogar, das Krankenhaus in einem solchen Fall auf Schadensersatz zu verklagen.

Lediglich knapp ein Fünftel (18%) der Befragten gab an, in einem Krisenfall keine persönlichen Konsequenzen zu ziehen.

 

Über die Notwendigkeit einer Einrichtung eines sofortigen Krisenstabs sind sich nahezu alle Befragten einig (93%), ebenso wie über eine tägliche umfassende und transparente Information an die betroffenen Patienten und die Öffentlichkeit (91%).

Knapp zwei Drittel (63%) würden außerdem Konsequenzen auf Seiten der verantwortlichen Führungskräfte erwarten und persönliche Rücktritte befürworten.